Betancor macht Songfest 11/10

17., 19. + 20. November 2010, Sophiensaele Berlin

vorläufig (mindestens) haltbar (bis)

Betancor macht Songfest

Mit: Bernadette la Hengst, Harndorf, Herbst in Peking, HOT°, Eva Kurowski, Kill Bambi, Lydia Daher, safi sowie die Popette in Betancorband

Unter dem Motto “vorläufig (mindestens) haltbar (bis)” lädt Betancor zu ihrem Songfest im November 2010 in den Festsaal der Sophiensaele ausgewählte KünstlerInnen. Die eines eint, nämlich der bemerkenswerte Umgang mit Musik, Text und Gesang: dem selbsterstellten, kunstvollkünstlichen Protestsong mit und ohne Strom. Den modernen, zeitgenössischen, epischen, fragmentarischen, simpel virtuosen, auseinandergenommenundneuzusammengesetzten, vorläufigen, gesellschaftsrelevanten, Song. Das reine Lied über den beschissenen (eventuell schönen) Sachverhalt. Im postindustriellen Zeitalter (des Crafting und der Baumärkte) wird das Lied gebraucht. Als Informationsplattform, Trägerrakete, Klangteppich, Hintergrundtapete, Wohlfühlraum und Wichsvorlage. Betancor. die Popette macht es an Songs fest. Virtuos ist die Auswahl der MusikerInnen, der Eintritt niedrig, die Bereicherung groß!

Programm

17. November 2010Mittwoch 
Die Popette in Betancorband
Kill Bambi
HOT°

19. November 2010, Freitag
Lydia Daher
Harndorf
Herbst in Peking

20. November 2010, Samstag
Eva Kurowski
Bernadette la Hengst
safi

giticon

Gefördert aus Mitteln des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.

+ Sonntag, 21.11. amSTARt und Sophiensaele präsentieren im Rahmen des Songfests  Hans Unstern


Infos zu den Bands

lahengst2Bernadette La Hengst

kommt aus Ostwestfalen und lebt seit 2004 in Berlin.
Von 1990 bis 2004 lebte sie als Musikerin in Hamburg, veröffentlichte mit „Die Braut haut ins Auge”, HUAH, Mobylettes und Rocko Schamoni viele Alben und spielte unzählige Konzerte. Seit 2000 tritt sie unter ihrem Namen auf, seitdem sind bei Trikont 3 Solo-Alben erschienen.
2003 erhielt sie für ihr bisheriges Gesamtwerk den Künstlerinnenpreis für Popularmusik in Nordrheinwestfalen.
Seit 2004 arbeitet sie auch in verschiedensten Theaterproduktionen, u.a. für die Sophiensaele Berlin, HAU Berlin, Theater Freiburg, Theater Essen, Thalia Theater Hamburg. Kooperationen u.a. mit dem Autor Till Müller-Klug, dem bildenden Künstler Volker März und den Architekten Raumlabor Berlin.
Hörspiele in Zusammenarbeit mit Till Müller-Klug u.a. für den WDR.
Aktuelles Album (2010 bei Trikont) “Sisters & Brothers” mit der Allstar Band “Die Zukunft” (zusammen mit Knarf Rellöm & Guz).
Im Herbst 2010 erarbeitet sie für das Theater Freiburg und die Garajistanbul die türkisch-deutsche Kooperation Cabinet, am 17. Dezember hat das neue La Hengst/Müller-Klug Projekt Deutschlandmärchen in den Sophiensaelen Berlin Premiere.
“Bernadette La Hengst ist eine ungezügelte Diva und Agitations-Chanteuse. Wie in einem Wellenbad ist sie Turbine und flutet den Raum mit hibbeliger, zuversichtlicher Energie. Sind auch die Verhältnisse niederdrückend, kein Grund zur Schwermut. Das Versprechen vom politisierten Dancefloor erfüllt sich bei kaum jemandem so explizit wie bei ihr.”

Betancor. die Popette

eva-299x299Eva Kurowski

Die ZEIT schrieb: “Eva Kurowski hat den Jazz proletarisiert!” Als Sängerin tourte Eva ab Ende der neunziger an der Seite der Protagonisten Christian Brückner, Katharina Thalbach, Blixa Bargeld und Tom Liwa mit dem (40-köpfigen) Tim Isfort-Orchester durch Deutschland. Es entstanden zwei Tonträger. (Moll) 2007 inszenierte sie Helge Schneiders Reiterdrama “Mendy – das Wusical” in der alten Reithalle vom AZ in Mülheim a.d.Ruhr. Das aufwändige Stück fand nach der neunten Vorstellung im Sommer 2008 sein Finale in der Europa-Freilichtbühne MH. An dieser Stelle sei auf den Fotoroman hinzuweisen, den ihr unter Alben bei FOTOS sehen könnt! Im März 2008 hat sich Eva Kurowski außerdem der Literatur verschrieben und beim ASSO-VERLAG ihre Biographie “Avanti Popoloch- eine sozialistischen Kindheit im Ruhrgebiet” veröffentlicht. 2009 liest Eva beim “Kulturwunder Ruhrgebiet” Abend auf der LitCologne. In Begleitung ihrer Band geht sie auf Lesetourneen. Privat leitet Eva einen Gospelchor und reist ständig nach Griechenland. Dort schrieb sie zuletzt ein neues lustiges Buch für verwirrte Kinder, Jugendliche und allgemein Leute, die diese Zeit vergessen haben oder sich erinnern wollen. Aktuell steht die Arbeit mit ihrer neuen Band im Vordergrund. Lange wird es nicht mehr dauern, dann wird endlich auch eine neue CD erscheinen! Das ist sie ihren Fans schuldig…

Maria Kamutzki aka HARNDORFharndorf

Maria Kamutzki wurde 1980 in der DDR geboren, die sie 1989 nach 2-jähriger Wartezeit per Ausreiseantrag mit ihrer Familie gen Westen verließ.
Jeder Versuch, unter Anleitung ein Instrument zu erlernen, wurde meist durch einen Umzug beendet, was den Grundstein zu Maria Kamutzkis Hang zum Autodidaktismus legte.
1997 hörte sie auf einer Autofahrt Billie Holiday „Body and Soul” singen, war getroffen, lies sich die Kassette geben und gründete am nächsten Tag mit dem Fahrer des Autos als Schlagzeuger ihre erste Band Maiden Voyage.
2000 zog sie nach Berlin, um Germanistik, Geschichte und Philosophie zu studieren.
2003 nahm sie ein Gesangsstudium an der Hochschule für Musik „Franz Liszt” in Weimar auf. Ohne Umwege und zielsicher lief alles auf die Geburt ihres Alter Ego HARNDORF hinaus: 2008 entwickelte Maria Kamutzki im Kollektiv (mit Daniel Regenberg, Annika Pinske, Maria Kwiatkowsky, Tina Pfurr und Wieland Schönfelder) die erste deutsche Internetsitcom TORSTRASSE-INTIM, in der sie die Rolle der zwanghaften und rechthaberischen HARNDORF übernahm. Diese HARNDORF – ohne Beruf und ohne Verpflichtungen – verbringt ihre Zeit mit dem Abqualifizieren von allem und jedem oder auch mit ihrer Gitarre, auf der sie absurde, deutschsprachige Liederschnipsel kreiert. In ihrer Eigenschaft als selbsternannte Anti-Comedy-Aktivistin hat HARNDORF den Weg auf die Bühnen der Stadt (u. a. Ballhaus Ost, HAU) gefunden, wo sie leidenschaftlich eine Art Anti-Stand- Up Comedy betreibt, wobei auf der Bühne so ziemlich alles passieren kann.

peking1-300x288Herbst in Peking

ist der Titel eines Romans von Boris Vian, der weder im Herbst noch in Peking spielt. Ist der Name einer Band, die 1987 in OstBerlin gegründet wurde und im sub- kulturellen Milieu am Prenzlauer Berg anarchistische Totenlieder produzierte.

Mit Songs wie „Movie stops tomorrow, Bist du schon tot, Parade, Der Letzte Walzer” oder dem Spottlied „Immortality” auf den rumänischen Diktator Ceaucescu erspielte sich die Band einen Status im Untergrund und wurde im Juni 1989 von den Behörden mit Auftrittsverbot belegt. Als Antwort nahmen die Musiker den Song „Bakschischrepublik”auf, der zu einem VerWendungsHit im Herbst/Winter 1989 wurde und die Band in ganz Deutschland bekannt machte. Nach dem Ende der Parallelwelt D.D.R. versuchten sich die HIPster neu zu orientieren, gründeten ein eigenes Label, nahmen vier Alben und diverse EPs und Singles auf und waren europaweit auf Tour bis in das Jahr 2000. Dann präsentierten die1990er ihre Rechnung für exzessive Lebensführung und die Band nahm eine unbestimmte Auszeit. Im Herbst 2009 schien die Zeit reif für einen Neustart.
Nach fast 10 Jahren Funkstille senden sie wieder. Eine Hand am Weltempfänger – die andere Hand am Lichtschalter. Aus dem Jenseits der Unterhaltung kehren HERBST IN PEKING zurück mit ….
Alexander Istschenko – space console & electric guitar
Rex Joswig – vox from beyond
Tom Krimi – various guitars & keyboard

hot-jump-1-290x300HOT°

Gehen Sie noch einmal über Los. Zurück zur uralten Besetzung: Vocals, Guitar, Bass, Drums. Zurück zu den ebenso alten Riten: Rauf auf die Box,  runter auf die Knie. Postpunk, Glamrock, Animalistic Rock ´n´ Roll – wie auch immer.

HOT° moshen. HOT° tragen Lippenstift, aber keine Oberhemden. Was muss man dazu wissen? Spaß macht, was Seele hat. Und Genauigkeit  heißt, dass diese vier Berliner Typen und ihre Attitüde genau zueinander passen.
Nach vielen Konzerten in Deutschland, gibt es jetzt seit März 2010 über KOOK BERLIN mit BLACK DEATH POISON KILL den ersten Longplayer von HOT° (Vertrieb: BROKEN SILENCE).

HOT° benehmen sich, als wäre Kunst was Normales.
HOT° rocken und glammen, dass es von der Decke tropft.
HOT° sind manchmal Jigg Magger, Kéké Ring, Stingo Rar und Koi Rean bzw. Alex Schwab (voc), Eike Ahlhausen (dr), Erich Gramshammer (git), Florian Scheffler (b)

„HOT sind mehr als die Helene Hegemann des Glamrock, sondern mindestens die Berliner Slade. Und das hat die Stadt doch mal verdient.” taz 03-2010

killbambi1-294x300Kill Bambi

Americana Elektro aus Berlin: Cera Impala Banjo, Guitar, Ukulele, Vocals, Jovanka v. Wilsdorf Synth-Bass, Vocals Cera Impala (Arizona), manic banjoist, songwriter and singer, is rooted in the mysterious backwoods her voice  tickles your goose-bumps. The ethereal qualities of her songs are daringly matched by a down-home driving  rhythm born of authentic americana, bluegrass and old-  time. Jovanka v. Wilsdorf (Berlin) is known as the head and  voice of the indi-electro-band Quarks, with whom  she released four albums for Sony. She´s a music producer and her sparkling-new band *SCHEINING* is just getting ready to take off….In KILL BAMBI her feel for groove and pop-pearly song structures, along with her unflinching thumb on the Bass-station, compliments Ceras intriguing compositions and….just wait until you hear them sing together! voices from heaven, songs from hell.

daher-299x300Lydia Daher

“Grosser Pop. Grosse Poesie” ARD – druckfrisch Geboren 1980 in Berlin, aufgewachsen in Köln, gelandet in Augsburg. Schon relativ lange auf der Suche nach den richtigen Worten, als reisende und publizierende Dichterin, Chanteuse, Kuratorin und Workshopleiterin in Sachen Poesie. Ihr letzter Gedichtband „Kein Tamtam für diesen Tag” (Voland & Quist) bescherte ihr Auszeichnungen und einen respektablen Ruf als Lyrikerin. „Aber Musik ist die Milchschwester der Dichtung, daher durstig bei Trikont gestrandet”, mit ihrer eigenen, ganz hilflosen Musik, wobei hilflos heißt: fast ganz ohne fremde Hilfe. Zum Schreiben und Aufnehmen ihres ersten Albums brauchte sie einen Mac, eine Klampfe, etwas Plastikkram und ein paar Wochen Zeit. Als reines Spaßprojekt gedacht ließ sie sich überreden, ein paar Demos zu verschicken, landete beim Münchner Label Trikont und wurde über Nacht zum Lieblingskind des deutschen Feuilletons. Für ihre neue Platte „Flüchtige Bürger” hat sie sich mit zwei fähigen Jungs aus ihrem Umfeld verstärkt, die sie hier und da auch live begleiten. Sie haben ihrer Bandleaderin unbedingten Gehorsam geschworen und werden genau den Indiepopsoundanzug maßschneidern, in dem Lydias Texte an allen Türstehern vorbei direkt auf die Tanzfläche der Gedanken zischen.

safi-300x294safi

Die Welt ist immer noch schlecht . . .  . . . der Punk noch nicht tot und das Lied als existenzieller Schrei noch nicht aus der Mode gekommen. Wer Punk mit pubertären Jungs verbindet, die mit banalen Texten ihren Protest zum  Ausdruck bringen und Krach als Musik rechtfertigen,  solange es für die gerechte Sache ist, hat safi  nie gehört. safi ist Punk, aber mit Poesie zwischen den anklagenden  Zeilen, die mehr intelligenten Zynismus als naive  Betroffenheit ausdrücken. Die Musik ist zwar meist laut, aber nuanciert. Und der Schrei ist bei safi zur vollendeten Kunstform erhoben. safi ist Punk, der erwachsen, aber nicht frei von einer gesunden Portion Kindlichkeit ist. Seit 2007 versteht sich safi als Trio, im Frontend beherrscht durch gleichnamige weibliche Person als Mastermind und »Furie« (Safi: voc, git / Matthias Becker: bg / Frank Semmer: dr). Unbeeinflusst, textlich und stimmlich ganz weit vorn hobeln ihre Worte am Weltbild, kratzen Gitarren Wände auf und entern Drums Gleichgewichte. Safi ruft, mahnt und schreit ihre Sicht auf die Dinge, beschwert sich und fordert. Musikalisch auch das gewöhnte Ohr.